Archiv für Juni 2010

Mehr Förderung für jedes Kind (auch für die Leistungsstarken)

Der klassische Frontalunterricht soll weniger als bisher praktiziert werden. Stattdessen sollen die Schüler selbstständiger und individueller lernen. So haben leistungsschwächere Kinder die Chance, gegenüber ihren anderen Klassenkameraden aufzuholen und leistungsstärkere Kinder erhalten weiterführende Aufgaben und vertiefen ihr gelerntes Wissen. Ein wichtiger Bestandteil des neuen Konzeptes liegt darin, dass Leistungsstärkere die Schwächeren aktiv unterstützen und somit nicht nur Wissen, sondern auch soziale Kompetenzen erlernen.

Diese Unterrichtsmethoden werden mehr und mehr angewandt und wurden wissenschaftlich erfolgreich bestätigt. Um die Lehrer auf die neuen Methoden vorzubereiten, werden sie durch Fortbildungsprogramme begleitet. Dies wird auch an den Gymnasien breit gefördert werden. So arbeiten die Lehrkräfte auch an den Gymnasien künftig in Jahrgangsteams – der Gymnasiallehrer ist nicht mehr der Einzelkämpfer in der Klasse sondern der Teamplayer im Jahrgang.

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Kleinere Klassen von der Ersten bis zur Sechsten gibt es nur mit der Primarschule

In sozial benachteiligten Stadtteilen wurden in der Vergangenheit die Klassen schon verkleinert. Hier lernen nur noch 25, bzw. 20 Schülerinnen und Schüler zusammen in einer Klasse. Bei der Umsetzung der Primarschule sollen die Klassen sowohl in der Grundschule als auch in der weiterführenden Schule noch einmal verkleinert werden. Ab dem Jahr 2010/11 werden maximal 23 Grundschülerinnen und Grundschüler (in sozial benachteiligten Stadtteilen maximal 19) ab der 1. Klasse gemeinsam lernen. Um die kleineren Klassengrößen realisieren zu können, erhalten die Grundschulen zusätzliche Lehrkräfte. Die kleinere Klassengrößen in den Klassen fünf und sechs wird es nur mit der Primarschule geben.

Von daher gilt: kleine Klassen in der Fünften und der Sechsten nur bei Einführung der Schulreform.

An den weiterführenden Schulen werden ebenfalls Obergrenzen festgelegt: an der Stadtteilschule in den Klassen 7-10 25 Schülerinnen und Schüler pro Klasse, in der Oberstufe liegt die mittlere Kursgröße bei 22 Lernenden. Am Gymnasium maximal 28 Schülerinnen und Schüler in den Klassen sieben bis zehn, in der Oberstufe durchschnittlich 22.

Wenn die Primarschule nicht eingeführt wird, können kleinere Klassengrößen in weiterführenden Schulen nicht in dem genannten Umfang realisiert werden. In diesem Fall würden kleinere Klassen nur in der Grundschule entstehen, die Schülerzahl an weiterführenden Schulen würde auf einem hohen Level bestehen bleiben.

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Das Elternwahlrecht bleibt

Das Elternwahlrecht bleibt und wird mit der Primarschule sogar noch ausgebaut:

Mit der Primarschule haben Eltern nach wie vor die Möglichkeit zu entscheiden, auf welche weiterführende Schule ihr Kind gehen wird. Einziger Unterschied ist, dass Eltern zwei Jahre mehr Zeit haben und erst nach der 6. Klasse entscheiden. Nach sechs Jahren ist es deutlich besser absehbar, ob Kinder besser die Stadtteilschule oder das Gymnasium besuchen sollten. Diese Regelung gilt für Kinder mit und ohne Gymnasialempfehlung. Dabei werden die Eltern durch regelmäßige Rückmeldegespräche mit den Lehrerinnen und Lehrern in ihrer Entscheidungsfindung unterstützt. Die endgültige Entscheidung bleibt selbstverständlich bei den Eltern.

Hinzu kommt ein erweitertes Elternrecht auf Gymnasien, allerdings nur, wenn das Konzept der Bürgerschaft realisiert wird. Dann würden im Gymnasium allein die Eltern einen Schulwechsel in der Zeit von der 8. bis zur 10. Klasse beantragen können. Wer nach der 8. Klasse auf dem Gymnasium bleibt, muss mindestens bis zum ersten Bildungsabschluss (in Klasse 10) vom Gymnasium gefördert werden.

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Hamburg immer noch nicht versetzt

Der neueste Schulvergleichstest der Bundesländer stellt Hamburg kein besonders gutes Zeugnis aus. Lediglich beim Hörverständnis englischer Texte verzeichnen Hamburger Schüler signifikante Fortschritte. Dieses Ergebnis dürfte erwartungsgemäß noch besser ausfallen, wenn künftig im Rahmen der sechsjährigen Primarschule Englisch bereits ab Klasse 1 unterrichtet werden würde.

Beim Leseverständnis englischer Texte landet Hamburg im Mittelfeld der 16 Bundesländer. Miserabel schneidet der Stadtstaat dagegen nach wie vor im Fach Deutsch ab, und zwar sowohl beim Lesen und Erfassen von Texten als auch in der Rechtschreibung. Da belegt Hamburg im Ranking der Bundesländer die Plätze 13 und 14. Ursächlich dafür ist nicht zuletzt die heterogene Bevölkerungsstruktur mit einem hohen Anteil von Migrantenkindern.

Da die Studie zudem abermals die Abhängigkeit der Schulleistungen von der sozialen Herkunft unterstreicht, ist dies ein weiterer Befund für die Zweckmäßigkeit längeren, gemeinsamen Lernens in der vorgesehenen Primarschule. Denn nur auf diese Weise lassen sich durch Elternhäuser bedingte Niveauunterschiede wenigstens teilweise ausgleichen. Wenn alle Kinder verschiedener Herkunft von der 1. bis zur 6. Klasse gemeinsam kommunizieren und entsprechend ihrem Können gefördert und gefordert werden, dürfte das die Sprach- und Lesekompetenz schon bald sichtbar positiv beeinflussen.

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LIVE von der Schulverbesserer-Parade

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