Archiv für Juli 2010

Solidarität statt Spaltung der Gesellschaft (Elitenverantwortung)

Unsere Stadt Hamburg zählt zu einer der modernsten Metropolen in Europa. Menschen mit verschiedenen Biografien und kulturellen Hintergründen leben hier zusammen und formen eine vielfältige Gesellschaft. In dieser heterogenen, aber auch von sozialen Spannungen nicht freien Gesellschaft ist der solidarische Zusammenhalt überlebenswichtig. Mit der Primarschule macht Hamburg einen großen Schritt in die richtige Richtung, weil sie Verschiedenartigkeit zulässt und Solidarität fördert. Eine Spaltung der Gesellschaft kann sich unsere Stadt nicht länger leisten, denn sie ist nicht nur sozial ungerecht, sondern auch wirtschaftlich kontraproduktiv.

Deshalb tragen unsere Eliten auch Verantwortung dafür, dass jetzt der richtige Weg eingeschlagen wird, der mit der Primarschule zu besserer und breiterer Bildung führt, zu mehr Fairness durch Chancengerechtigkeit. Unsere Gesellschaft kann es sich nicht weiterhin erlauben, vorhandene Talente nicht zu fördern. Diese Schätze nicht zu bergen ist nicht nur moralisch fragwürdig sondern auch ein enormer volkswirtschaftlicher Verlust.

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Aufstieg durch Bildung für möglichst viele:

Die Schulreform hat das Ziel, allen Kindern in Hamburg die besten Chancen zu geben: von Billstedt bis Blankenese, von Wilhelmsburg bis Wohldorf. Bildung soll nicht mehr nur von dem Elternhaus abhängen, Schüler mit schlechteren Startbedingungen werden nicht zurückgelassen, sondern aktiv und individuell gefördert. Leistungsstarke erhalten darüber hinaus ein individuell zugeschnittenes Extraangebot an Förderung.

So wird kein Schüler in Hamburg abgehängt und keiner muss sich langweilen!

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Die Primarschulen und die weiterführenden Schulen arbeiten Hand in Hand (ab Klasse 4)

Die Schüler in der Primarschule erhalten ab der vierten Klasse bereits Fachunterricht aus dem jeweils zugehörigen Gymnasium. Fachlehrer der weiterführenden Schulen unterrichten die letzten zwei Jahre an der Grundschule und bereiten die Schüler somit zeitgerecht und umfangreich auf das Gymnasium vor. Auch lernen die Schüler die neuen Lehrer bereits ab Klasse 4 kennen und haben somit schon Bezugspersonen für die nächsten Jahre in der weiterführenden Schule. Zudem können die Eltern in ihre Schulwahlentscheidung bereits die Einschätzungen der Lehrer der weiterführenden Schulen einbeziehen.

Kurz gesagt: Das Gymnasium wird nicht verkürzt, sondern durch ein mehrstufiges Modell sogar aufgewertet.

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Wirtschaftliche Vernunft und soziale Gerechtigkeit sprechen für die Primarschule

Neue Prognos-Studie liest Deutschland die Leviten

Deutschlands alternde Gesellschaft wird in den nächsten 25 Jahren zu einem gefährlichen wirtschaftlichen Wachstumshemmer. Zu diesem Befund kommt das renommierte Schweizer Prognos-Institut in seinem jetzt veröffentlichten „Deutschland Report“. Die Forscher erwarten danach bis 2035 nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,0 Prozent jährlich. Viel zu wenig im Vergleich zu den stark expandierenden Volkswirtschaften in anderen Regionen der Welt wie etwa in Asien. Schon gegenwärtig macht sich der Fachkräftemangel negativ bemerkbar. Prognos-Geschäftsführer Christian Böllhoff: „Langfristig bremst vor allem die ungünstige demografische Entwicklung das Wirtschaftswachstum.“

Dabei schlägt, so das Ergebnis der Studie, vor allem auch die mangelhafte Integration ausländischer Mitbürger zu Buche. Umso wichtiger ist es diese Fehlentwicklung durch eine weitsichtige Schul- und Bildungspolitik zumindest teilweise zu korrigieren. Genau an diesem Punkt setzt die geplante Primarschule in Hamburg an. Sie wird durch längeres gemeinsames und den unterschiedlichen Fähigkeiten der Schüler entsprechendes Lernen von Klasse 1 bis Klasse 6 dazu beitragen, dass eben auch mehr Kinder mit ausländischen Wurzeln bessere Ausbildungs- und Entwicklungschancen erhalten.

Dies muss eingebettet sein in eine intensivierte vorschulische Förderung in den Kitas sowie den Auf- und Ausbau von Ganztagsschul-Angeboten. Die Primarschule ist ein erster und wichtiger Schritt, um Defizite der Elternhäuser auszugleichen, soweit das möglich ist. Das ist, wie man sieht, nicht nur ein Gebot sozialer Fairness, sondern ebenso sehr ein unabweisbares Erfordernis ökonomischer Vernunft. Wer beides verkennt, versündigt sich an der Zukunft unserer Kinder. Die Entscheidung für die Primarschule mit vollem Elternwahlrecht nach Klasse 6 wird zukunftsweisend sein. Sollten deren Befürworter die Volksabstimmung für sich entscheiden, könnten nach dem 18. Juli die Weichen für die Schulpolitik auch in anderen Teilen Deutschlands neu gestellt werden.

Jobst Fiedler

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Bundesweit Mehrheit für Primarschule

Bundesweit sprechen sich rund 60 Prozent der Deutschen für ein längeres gemeinsames Lernen ab Klasse Eins aus. Das hat eine repräsentative Umfrage des Forsa-Instituts ergeben, die der stern veröffentlichte. Bemerkenswert auch daran: 64 Prozent der Eltern äußerten sich in diesem Sinne, nur etwas mehr als ein Drittel der Befragten lehnt längeres gemeinsames Lernen ab, wie es die neue Primarschule in Hamburg vorsieht.

Die Erhebung basiert auf der üblichen Datenmenge von 1000 Bürgerinnen und Bürgern, ist also repräsentativ und aussagekräftig. Im Unterschied zu anderen, oft TED-gestützten Umfragen, die zum Thema Primarschule in jüngster Vergangenheit publiziert worden sind.

Wir sind deshalb zuversichtlich und haben die Ziellinie 18. Juli vor Augen. Im Endspurt werden wir jetzt in den verbleibenden zwei Wochen alle unsere Energien noch einmal mobilisieren und die Reformgegner hinter uns lassen.

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