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Bundesweit Mehrheit für Primarschule
Bundesweit sprechen sich rund 60 Prozent der Deutschen für ein längeres gemeinsames Lernen ab Klasse Eins aus. Das hat eine repräsentative Umfrage des Forsa-Instituts ergeben, die der stern veröffentlichte. Bemerkenswert auch daran: 64 Prozent der Eltern äußerten sich in diesem Sinne, nur etwas mehr als ein Drittel der Befragten lehnt längeres gemeinsames Lernen ab, wie es die neue Primarschule in Hamburg vorsieht.
Die Erhebung basiert auf der üblichen Datenmenge von 1000 Bürgerinnen und Bürgern, ist also repräsentativ und aussagekräftig. Im Unterschied zu anderen, oft TED-gestützten Umfragen, die zum Thema Primarschule in jüngster Vergangenheit publiziert worden sind.
Wir sind deshalb zuversichtlich und haben die Ziellinie 18. Juli vor Augen. Im Endspurt werden wir jetzt in den verbleibenden zwei Wochen alle unsere Energien noch einmal mobilisieren und die Reformgegner hinter uns lassen.
Hamburg immer noch nicht versetzt
Der neueste Schulvergleichstest der Bundesländer stellt Hamburg kein besonders gutes Zeugnis aus. Lediglich beim Hörverständnis englischer Texte verzeichnen Hamburger Schüler signifikante Fortschritte. Dieses Ergebnis dürfte erwartungsgemäß noch besser ausfallen, wenn künftig im Rahmen der sechsjährigen Primarschule Englisch bereits ab Klasse 1 unterrichtet werden würde.
Beim Leseverständnis englischer Texte landet Hamburg im Mittelfeld der 16 Bundesländer. Miserabel schneidet der Stadtstaat dagegen nach wie vor im Fach Deutsch ab, und zwar sowohl beim Lesen und Erfassen von Texten als auch in der Rechtschreibung. Da belegt Hamburg im Ranking der Bundesländer die Plätze 13 und 14. Ursächlich dafür ist nicht zuletzt die heterogene Bevölkerungsstruktur mit einem hohen Anteil von Migrantenkindern.
Da die Studie zudem abermals die Abhängigkeit der Schulleistungen von der sozialen Herkunft unterstreicht, ist dies ein weiterer Befund für die Zweckmäßigkeit längeren, gemeinsamen Lernens in der vorgesehenen Primarschule. Denn nur auf diese Weise lassen sich durch Elternhäuser bedingte Niveauunterschiede wenigstens teilweise ausgleichen. Wenn alle Kinder verschiedener Herkunft von der 1. bis zur 6. Klasse gemeinsam kommunizieren und entsprechend ihrem Können gefördert und gefordert werden, dürfte das die Sprach- und Lesekompetenz schon bald sichtbar positiv beeinflussen.