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Hamburger Ärzte pro Schulreform
Wir, die unterzeichnenden Ärztinnen und Ärzte sind empört über den sogenannten „Aufruf der Hamburger Ärzteschaft gegen die Einführung der Primarschule“!
Wir distanzieren uns von den 47 Ärzten und deren Veröffentlichung. Diese Gruppe gibt nicht die Meinung aller Hamburger Ärztinnen und Ärzte wieder.
Leider ist nichts von der sozialen Verantwortung, die unser Berufsethos mit sich bringt, zu lesen – statt dessen eine elitäre Abgrenzung, damit die Kinder gutsituierter Kaufleute und Ärzte weiterhin unter sich bleiben, statt weitere 2 Jahre im bekannten Klassenverband gemeinsam zu lernen.
Evidenz basierte, wissenschaftlich belegte Studien zeigen eindeutig, dass längeres gemeinsames Lernen zu den messbar besseren Ergebnissen für alle führt. Wenn wir in der Medizin Evidenz-basiertes Handeln fordern, sollten die Reformgegner dies auch für die Erziehungswissenschaften gelten lassen
Es ist nicht hinzunehmen, dass diese Kollegen das Vertrauensverhältnis zwischen ihren Patientinnen und Patienten missbrauchen, um ihre elitären Ziele zu verfolgen.
Wir, unter denen viele Eltern schulpflichtiger Kinder sind, möchten vor allem den leitenden Ärzten unter den Reformgegnern den Hinweis geben, dass eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und familienfreundliche Arbeitszeiten in den Krankenhäusern den Zuzug junger Kolleginnen und Kollegen sichern und fördern würde. Hier sind auch die Ganztageskonzepte der Schulreform im Sinne der Familienfreundlichkeit zu nennen.
Wir brauchen nicht nur für unsere eigenen, sondern für alle Kinder den bestmöglichen Bildungszugang.