Artikel-Schlagworte: „Herkunft“

Solidarität statt Spaltung der Gesellschaft (Elitenverantwortung)

Unsere Stadt Hamburg zählt zu einer der modernsten Metropolen in Europa. Menschen mit verschiedenen Biografien und kulturellen Hintergründen leben hier zusammen und formen eine vielfältige Gesellschaft. In dieser heterogenen, aber auch von sozialen Spannungen nicht freien Gesellschaft ist der solidarische Zusammenhalt überlebenswichtig. Mit der Primarschule macht Hamburg einen großen Schritt in die richtige Richtung, weil sie Verschiedenartigkeit zulässt und Solidarität fördert. Eine Spaltung der Gesellschaft kann sich unsere Stadt nicht länger leisten, denn sie ist nicht nur sozial ungerecht, sondern auch wirtschaftlich kontraproduktiv.

Deshalb tragen unsere Eliten auch Verantwortung dafür, dass jetzt der richtige Weg eingeschlagen wird, der mit der Primarschule zu besserer und breiterer Bildung führt, zu mehr Fairness durch Chancengerechtigkeit. Unsere Gesellschaft kann es sich nicht weiterhin erlauben, vorhandene Talente nicht zu fördern. Diese Schätze nicht zu bergen ist nicht nur moralisch fragwürdig sondern auch ein enormer volkswirtschaftlicher Verlust.

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Aufstieg durch Bildung für möglichst viele:

Die Schulreform hat das Ziel, allen Kindern in Hamburg die besten Chancen zu geben: von Billstedt bis Blankenese, von Wilhelmsburg bis Wohldorf. Bildung soll nicht mehr nur von dem Elternhaus abhängen, Schüler mit schlechteren Startbedingungen werden nicht zurückgelassen, sondern aktiv und individuell gefördert. Leistungsstarke erhalten darüber hinaus ein individuell zugeschnittenes Extraangebot an Förderung.

So wird kein Schüler in Hamburg abgehängt und keiner muss sich langweilen!

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Wirtschaftliche Vernunft und soziale Gerechtigkeit sprechen für die Primarschule

Neue Prognos-Studie liest Deutschland die Leviten

Deutschlands alternde Gesellschaft wird in den nächsten 25 Jahren zu einem gefährlichen wirtschaftlichen Wachstumshemmer. Zu diesem Befund kommt das renommierte Schweizer Prognos-Institut in seinem jetzt veröffentlichten „Deutschland Report“. Die Forscher erwarten danach bis 2035 nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,0 Prozent jährlich. Viel zu wenig im Vergleich zu den stark expandierenden Volkswirtschaften in anderen Regionen der Welt wie etwa in Asien. Schon gegenwärtig macht sich der Fachkräftemangel negativ bemerkbar. Prognos-Geschäftsführer Christian Böllhoff: „Langfristig bremst vor allem die ungünstige demografische Entwicklung das Wirtschaftswachstum.“

Dabei schlägt, so das Ergebnis der Studie, vor allem auch die mangelhafte Integration ausländischer Mitbürger zu Buche. Umso wichtiger ist es diese Fehlentwicklung durch eine weitsichtige Schul- und Bildungspolitik zumindest teilweise zu korrigieren. Genau an diesem Punkt setzt die geplante Primarschule in Hamburg an. Sie wird durch längeres gemeinsames und den unterschiedlichen Fähigkeiten der Schüler entsprechendes Lernen von Klasse 1 bis Klasse 6 dazu beitragen, dass eben auch mehr Kinder mit ausländischen Wurzeln bessere Ausbildungs- und Entwicklungschancen erhalten.

Dies muss eingebettet sein in eine intensivierte vorschulische Förderung in den Kitas sowie den Auf- und Ausbau von Ganztagsschul-Angeboten. Die Primarschule ist ein erster und wichtiger Schritt, um Defizite der Elternhäuser auszugleichen, soweit das möglich ist. Das ist, wie man sieht, nicht nur ein Gebot sozialer Fairness, sondern ebenso sehr ein unabweisbares Erfordernis ökonomischer Vernunft. Wer beides verkennt, versündigt sich an der Zukunft unserer Kinder. Die Entscheidung für die Primarschule mit vollem Elternwahlrecht nach Klasse 6 wird zukunftsweisend sein. Sollten deren Befürworter die Volksabstimmung für sich entscheiden, könnten nach dem 18. Juli die Weichen für die Schulpolitik auch in anderen Teilen Deutschlands neu gestellt werden.

Jobst Fiedler

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Hamburg immer noch nicht versetzt

Der neueste Schulvergleichstest der Bundesländer stellt Hamburg kein besonders gutes Zeugnis aus. Lediglich beim Hörverständnis englischer Texte verzeichnen Hamburger Schüler signifikante Fortschritte. Dieses Ergebnis dürfte erwartungsgemäß noch besser ausfallen, wenn künftig im Rahmen der sechsjährigen Primarschule Englisch bereits ab Klasse 1 unterrichtet werden würde.

Beim Leseverständnis englischer Texte landet Hamburg im Mittelfeld der 16 Bundesländer. Miserabel schneidet der Stadtstaat dagegen nach wie vor im Fach Deutsch ab, und zwar sowohl beim Lesen und Erfassen von Texten als auch in der Rechtschreibung. Da belegt Hamburg im Ranking der Bundesländer die Plätze 13 und 14. Ursächlich dafür ist nicht zuletzt die heterogene Bevölkerungsstruktur mit einem hohen Anteil von Migrantenkindern.

Da die Studie zudem abermals die Abhängigkeit der Schulleistungen von der sozialen Herkunft unterstreicht, ist dies ein weiterer Befund für die Zweckmäßigkeit längeren, gemeinsamen Lernens in der vorgesehenen Primarschule. Denn nur auf diese Weise lassen sich durch Elternhäuser bedingte Niveauunterschiede wenigstens teilweise ausgleichen. Wenn alle Kinder verschiedener Herkunft von der 1. bis zur 6. Klasse gemeinsam kommunizieren und entsprechend ihrem Können gefördert und gefordert werden, dürfte das die Sprach- und Lesekompetenz schon bald sichtbar positiv beeinflussen.

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