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Wirtschaftliche Vernunft und soziale Gerechtigkeit sprechen für die Primarschule

Neue Prognos-Studie liest Deutschland die Leviten

Deutschlands alternde Gesellschaft wird in den nächsten 25 Jahren zu einem gefährlichen wirtschaftlichen Wachstumshemmer. Zu diesem Befund kommt das renommierte Schweizer Prognos-Institut in seinem jetzt veröffentlichten „Deutschland Report“. Die Forscher erwarten danach bis 2035 nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,0 Prozent jährlich. Viel zu wenig im Vergleich zu den stark expandierenden Volkswirtschaften in anderen Regionen der Welt wie etwa in Asien. Schon gegenwärtig macht sich der Fachkräftemangel negativ bemerkbar. Prognos-Geschäftsführer Christian Böllhoff: „Langfristig bremst vor allem die ungünstige demografische Entwicklung das Wirtschaftswachstum.“

Dabei schlägt, so das Ergebnis der Studie, vor allem auch die mangelhafte Integration ausländischer Mitbürger zu Buche. Umso wichtiger ist es diese Fehlentwicklung durch eine weitsichtige Schul- und Bildungspolitik zumindest teilweise zu korrigieren. Genau an diesem Punkt setzt die geplante Primarschule in Hamburg an. Sie wird durch längeres gemeinsames und den unterschiedlichen Fähigkeiten der Schüler entsprechendes Lernen von Klasse 1 bis Klasse 6 dazu beitragen, dass eben auch mehr Kinder mit ausländischen Wurzeln bessere Ausbildungs- und Entwicklungschancen erhalten.

Dies muss eingebettet sein in eine intensivierte vorschulische Förderung in den Kitas sowie den Auf- und Ausbau von Ganztagsschul-Angeboten. Die Primarschule ist ein erster und wichtiger Schritt, um Defizite der Elternhäuser auszugleichen, soweit das möglich ist. Das ist, wie man sieht, nicht nur ein Gebot sozialer Fairness, sondern ebenso sehr ein unabweisbares Erfordernis ökonomischer Vernunft. Wer beides verkennt, versündigt sich an der Zukunft unserer Kinder. Die Entscheidung für die Primarschule mit vollem Elternwahlrecht nach Klasse 6 wird zukunftsweisend sein. Sollten deren Befürworter die Volksabstimmung für sich entscheiden, könnten nach dem 18. Juli die Weichen für die Schulpolitik auch in anderen Teilen Deutschlands neu gestellt werden.

Jobst Fiedler

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